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Geschichte der Stadt Dillingen

Wann genau sich unsere Vorfahren im Bereich der heutigen Stadt Dillingen erstmals angesiedelt haben, liegt im Dunkel der Geschichte verborgen! Aber wahrscheinlich durchstreiften erstmals im Altpaläolithikum (vor 450.000 bis 150.000 Jahren) die ersten Menschen als Jäger und Sammler das Gebiet des heutigen Saarlandes, hinterließen aber kaum Spuren.

Mit Beginn des Neolithikums (4.500 v. Chr.) begann der Mensch seßhaft zu werden, bildete dorfähnliche Gemeinschaften und ging zum Bauerntum mit Ackerbau und Viehzucht über. Für eine neolithische Besiedlung im Saarland fehlen allerdings sichere Beweise, obwohl Einzelfunde von Steingeräten (Steinbeile, Feuersteinklingen, Pfeilspitzen) darauf hinweisen.

In der Bronzezeit (2.000 bis 750 v. Chr.) dürfte das Gebiet des heutigen Saarlandes bereits dichter besiedelt gewesen sein, was sich durch zahlreiche bronzezeitliche Grabhügel belegen lässt. Aufgrund mehrerer Hortfunde aus der Umgebung des Limbergs lässt sich auch schlußfolgern, dass ein Kupfererzabbau bereits zu dieser Zeit stattfand, der in der sich anschließenden römischen Zeit (Emilianusstollen in St. Barbara) lediglich fortgeführt wurde.

Aus der vorrömischen Eisenzeit (750 v. Chr. bis 25 v. Chr.) sind von der keltischen Besiedlung lediglich Grabfunde überliefert, da die Kelten in strohgedeckten Fachwerkhäusern lebten, von denen keine Überreste die Zeit überdauert haben. Erst mit der römischen Eroberung Galliens durch Gaius Julius Cäsar (58 v. Chr. bis 50 v. Chr.) entstanden in Steinbauweise errichtete gallorömische Siedlungen und hinterließen bis heute nachweisbare Spuren. Auch an der Stelle des heutigen Pachten entstand (wohl schon im ersten vorchristlichen Jahrzehnt) ein gallorömischer Vicus namens CONTIOMAGUS, der an das römische Fern- und Nahverkehrstraßennetz angeschlossen war und sich zu einem prosperierenden Ort entwickelte. Infolge der fränkischen Landnahme wurde die Siedlung um 400 n. Chr. jedoch aufgegeben. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass nach der Aufgabe noch Merowinger in den Ruinen lebten oder jedenfalls ihre Toten hier bestatteten, aber der letztendliche Beweis für eine Siedlungskontinuität steht bisher noch aus. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass der Ort und seine Umgebung aufgrund der verkehrsgünstigen Lage an der Kreuzung zweier römischer Fernstraßen (Metz-Mainz und Trier-Straßburg) und einem Saarübergang auch von den Merowingern als Siedlungsplatz genutzt wurde. Im Gegensatz zu den Römern errichteten die Merowinger jedoch ihre Häuser wiederum aus vergänglichen Materialien, von denen heute nichts mehr erhalten ist.

Wie es mit dem antiken Contiomagus weiterging, entzieht sich unserer Kenntnis. Erst in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts tauchen zwei Orte namens Dillingen und Pachten auf: sie fanden schriftliche Erwähnung als Pfarreien, die nach Mettlach zum Grab des Abtes Lutwinus wallfahren mussten; Diefflen wird schriftlich erstmals 1324 erwähnt. Größere Bedeutung erlangten die drei Bauerndörfer im Mittelalter anscheinend jedoch nicht. 1357 wird für Dillingen eine Wasserburg erwähnt das spätere Dillinger Schloß. Während des Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde das Land an der Saar weitgehend verwüstet.

1685 erhielt der Besitzer von Schloß und Herrschaft Dillingen, Marquis Charles Henry de Gaspard de Lénoncourt vom französischen König Ludwig XIV. (der sich auch als Herr von Lothringen betrachtete) die Konzession, in seiner Herrschaft Dillingen Eisenhütten zu errichten. Das war der Beginn einer Firmengeschichte, die bis heute andauert und die mit der Stadtgeschichte aufs Engste verbunden ist. Ein weiteres bedeutendes Industrieunternehmen war die 1757 errichtete Papiermühle an der Prims, die bis 1865 in Betrieb war.

Erst mit einer Produktionsumstellung bei den Dillinger Hüttenwerken begann im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts der Aufschwung Dillingens zur modernen Industriestadt: statt Eisenbahnschienen wurden Panzerplatten für Kriegsschiffe produziert! Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Hüttenwerke verbesserten sich auch Wohlstand und Bildungsmöglichkeiten für die Bürger. Am 01.04.1897 werden Dillingen und Pachten aus dem Gemeindeverband Fraulautern ausgegliedert und zur selbständigen Bürgermeisterei erhoben. 1902 wurde mit der Sexta ein Gymnasium eröffnet, das 1912 als Realgymnasium von der Regierung anerkannt wurde. 1908 erhielt die Gemeinde ein neues Rathaus und am 21.08.1910 wurde mit dem Bau des Saardoms begonnen, der größten katholischen Kirche an der Saar.

Von den Auseinandersetzungen des Ersten Weltkrieges war auch Dillingen direkt in Form von Bombenangriffen betroffen, die den Hüttenwerken galten. Nach dem Ende des Krieges im Jahr 1918 kam das Saargebiet unter die Verwaltung des Völkerbundes. 1933 übernahmen die Nationalsozialisten in Berlin das politische Ruder. Mit der Saarabstimmung vom 13.01.1935 entschieden sich rund 90% der abgegebenen Stimmen für die Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich mit diesem Votum ging die Regierungsgewalt auch an der Saar an die Nationalsozialisten über. Am 01.04.1936 wurde Pachten eingemeindet und im Jahr 1936 wurden im Zuge des Westwallbaus auch in Dillingen und Pachten erste Bunkeranlagen errichtet.

In der Nacht des 09.11.1938 ging im nationalsozialistischen Rassenwahn und Antisemitismus die erst 1923 erbaute Synagoge in der Schloßstrasse in Flammen auf, die Wohnungen jüdischer Bürger wurden verwüstet, die Bewohner mißhandelt. Im Folgejahr, 1939, begann der knapp sechs Jahre dauernde Zweite Weltkrieg, an dessen Ende Dillingen zu 65% zerstört war! Ursprünglich von amerikanischen Truppen besetzt, stellten ab dem 10.07.1945 französische Truppen die Besatzungsmacht. 1947 wurde das Saarland zum teilautonomen Saarstaat unter französischer Hoheit bis zur Saarabstimmung am 23.10.1955, in der sich knapp 68% der abgegebenen Stimmen für eine Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland aussprachen – der politische Anschluß erfolgte am 01.01.1957, der wirtschaftliche am 04.07.1959. Aber bereits zehn Jahre zuvor wurde Dillingen mit Wirkung vom 15.07.1949 als zwölfte Stadt in den Kreis saarländischer Städte aufgenommen. Am 01.08.1969 erfolgte die Eingemeindung von Diefflen.

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I Die Bürgermeister von Dillingen I

 

01.04.1897 - 31.03.1904

Julius Schuh

11.05.1904 - 13.11.1909

Matthias Schmitt

28.12.1909 - 18.08.1920

Karl Wagner

22.10.1920 - 14.06.1922

Camille David

15.06.1922 - 31.07.1923

Kreissekretär Noll aus Saarlouis verwaltet die Stelle des Bürgermeisters

01.08.1923 - 11.01.1936

Otto Nicola

11.01.1936 - 30.03.1945

Dr. Albert Kronenberger

01.04.1945 - 07.05.1945

Benedikt Hoffmann (kommissarischer Bürgermeister)

08.05.1945 - 05.09.1945

Heinrich Scherer (kommissarischer Bürgermeister)

01.11.1945 - 30.09.1946

Theodor Okon (kommissarischer Bürgermeister)

01.10.1946 - 28.05.1956

Peter Lamar (ehrenamtlicher Bürgermeister)

16.10.1956 - 14.02.1974

Eduard Jakobs
(in der Übergangszeit bis zum 19.03.1974 wurden die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters vom Ersten Beigeordneten Albert Kremer wahrgenommen)

20.03.1974 - 19.03.1994

Gerhard Leonardy

20.03.1994 - 19.03.2004

Erwin Planta

seit 20.03.2004

Franz-Josef Berg

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